Digital China Special – OMR Festival Recap | MONDIS
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Digital China Special – OMR Festival Recap

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Mit seinem „Digital China Special“ setzte das diesjährige Online Marketing Rockstars Festival (OMR) am 07. und 08. Mai in Hamburg einen deutlichen thematischen Schwerpunkt. In zahlreichen Masterclasses, Keynotes und Panels konnte die europäische Online Marketing Community auf der OMR 19 die vielen Facetten der chinesischen Digitalwirtschaft kennenlernen, analysieren und diskutieren. Aber auch auf der Ausstellungsfläche war der OMR-Fokus auf dem „Reich der Mitte“ unübersehbar präsent.  

Jung, mobil, kaufkräftig, technologiebegeistert: chinesische Verbraucher sind attraktive Zielgruppen

Warum es für die Online Marketing Community so wichtig ist, mehr über das digitale China zu erfahren? Chinesische Nutzer lieben das Online-Shoppen. Mehrheitlich sind sie jung und ständig online. Ihre steigenden Einkommen stecken sie gerne in alles, was ihre Lebensqualität erhöht. Und vor allem: sie lieben das Einkaufen europäischer Marken und Produkte – denn diese stehen in ihren Augen für besondere Qualität und gelten als wichtige Statussymbole. China hat den weltweit größten E-Commerce-Markt, die höchsten Ausgaben für digitales Marketing, die meisten Influencer, die meistgenutzten Video-Apps und mobilen Zahlungs-Tools. Rund 830 Millionen Menschen loggen sich in China jeden Tag ins Internet ein – die meisten davon mobil.  

Nützliches Markt-Know-how für alle, die nach China expandieren wollen

Zu erfahren und zu verstehen, wie der chinesische Markt funktioniert, ist also ein Riesenthema. Wer darüber nachdenkt, in China einen Online-Shop zu eröffnen, eigene Produkte in China zu vermarkten oder sogar ein eigenes Produktportfolio für den chinesischen Markt zu entwickeln, konnte beim Digital China Special der OMR nahezu alles erfahren, was man dazu wissen muss. Innerhalb eines facettenreichen Konferenzprogramms wagte das OMR-Festival 2019 den Versuch, den riesigen und komplexen chinesischen Markt mit dem Know-how hochkarätiger Marktkenner auszuleuchten und der europäischen Online-Community näher zu bringen.  

OMR-Referenten aus den Top-Unternehmen der chinesischen Digitalwirtschaft

Als Referenten hatte sich die OMR für ihr Digital China Special gleich eine ganze Reihe hochkarätiger chinesischer Top-Manager eingeladen. Prominente Führungskräfte so renommierter chinesischer Online-Unternehmen wie u.a. WeChat, Alibaba, JD, Tik Tok oder Little Red Boo gaben sich auf den OMR-Konferenzpodien "die Klinke in die Hand". Die geladenen China-Experten erläuterten und analysierten die ehrgeizigen Digitalisierungspläne ihrer Unternehmen und stellten sich den interessierten Fragen und angeregten Diskussionen der OMR19-Teilnehmer.  

Einsatz von AI-Technologien im Online-Handel: JD.com

Einer der spannendsten chinesischen Referenten des OMR-Festivals war aus unserer Sicht Dr. Bowen Zhou, Vice President von JD.com, Chinas zweitgrößtem E-Commerce-Unternehmen. Mittlerweile ist JD.com einer der ganz großen Player im weltweiten Online-Handel. Das Unternehmen gilt als eine der herausragenden Erfolgsgeschichten der chinesischen Digitalwirtschaft. Als wesentlichen Erfolgsfaktor der Plattform hob Bowen Zhou das „ausgesprochene Serviceverständnis“ von JD.com hervor. Insbesondere die Einführung der Same-Day-Delivery stellte er heraus. Nach Ansicht von Zhou wird sich das Shopping-Erlebnis der Zukunft durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence/AI) „diametral verändern“. AI basiert im Wesentlichen auf Computerprogrammen, die selbstständig lernen. Und zwar anhand der Daten, mit sie gefüttert werden. Dank AI-Technologien soll es nach Zhous Einschätzung im Online-Handel künftig möglich sein, den Kundenservice stark auszubauen und die Produkte noch präziser an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Laut Zhou experimentiert JD.com derzeit auch bereits mit selbstfahrenden Lieferwagen sowie sogar mit einem „fliegenden Lieferservice“ per Drohne.  

Potenzielles Sprungbrett für europäische Marken: Der Online-Riese Alibaba

Wie deutsche und europäische Unternehmen die rund 500 Millionen kaufkräftigen chinesischen Konsumenten über die Handelsplattform erreichen können, darum ging es in einer Session des Digital China Specials mit Alibabas Deutschland-Chef Karl Wehner. Chinesische Verbraucher unterscheiden sich stark von ihrem deutschen Pendant, machte Wehner deutlich. Online-Kunden sind jünger, "fast ausschließlich mobil", anspruchsvoller in Bezug auf Geschwindigkeit und Servicequalität.  Ihre wachsenden verfügbaren Einkommen investieren sie mit Vorliebe in Konsumgüter, die ihre Lebensqualität erhöhen.   Wehner stellte insbesondere die B2C-E-Commerce-Plattformen „Tmall“ und „Tmall Global“ der Alibaba-Gruppe dem OMR19-Publikum vor. Er erläuterte, wie diese Portale europäischen Marken helfen können, den schnell wachsenden chinesischen Markt zu bedienen. Laut Wehner spielt allem der Einsatz innovativer Technologien eine große Rolle. Und er erläuterte, was Alibaba unter "New Retail" versteht: Die Verknüpfung von Onlinehandel und stationärem Geschäft u.a. durch große Frischemärkte in Beijing und Shanghai, die mit Rund-um-die-Uhr-Lieferdiensten jede denkbare Form von Omnichannel-Einkäufen ermöglichen. „Man geht nicht so einfach nach China, man braucht eine Strategie“, betonte der deutsche Alibaba-Chef beim Digital China Special der OMR. Da jeder Händler seinen Shop auf Alibaba frei gestaltet, kommt es nach den Worten Wehners also auf die Details an. Vor allem Design, Marketing und Kundenservice müssen nach seiner Auffassung genau auf die kulturellen Besonderheiten des chinesischen Marktes zugeschnitten sein.  

WeChat als effektives Marketinginstrument nutzen

China ist inzwischen zu einem Vorreiter in puncto bargeldlosem Zahlungsverkehr geworden. Dies betrifft sowohl das Online- als auch im Offline-Geschäft. Wie sich das auf den Alltag der Menschen in China auswirkt, darüber referierte Enrico Plateo von der Tencent International Business Group. Tencent steht mit seiner in China beinahe allgegenwärtigen App WeChat quasi im Epizentrum des einzigartigen digitalen chinesischen Ökosystems.   Wie können Marken und Handel das Tool WeChat als ideales Marketing- und Bezahltool nutzen? Das konnte man auf dem Digital China Special der OMR innerhalb eines „Deep Dives“ mit Enrico Plateo erfahren, der für den WeChat-Anbieter, das Milliardenunternehmen Tencent, den europäischen Markt managt. WeChat als führende Messenger-App in China ist laut Plateo das ideale Instrument, um chinesische Verbraucher als potenzielle Zielgruppe für europäische Qualitätsmarken und -produkte zu erreichen. Die Potenziale von WeChat erstrecken sich dabei nicht nur auf Maßnahmen im chinesischen Heimatmarkt. Auch im Hinblick auf die stetig wachsenden und finanzkräftigen chinesischen Touristenströme nach Europa können sich europäische Anbieter per WeChat als Marketinginstrument ganz neue Geschäftsfelder erschließen.  

Social Media in China richtig einsetzen

In einer Masterclass zum Einsatz von Social Media konnten OMR19-Besucher beim Digital China Special erfahren, welche Best Practices es für Marken gibt, die den chinesischen Markt erobern wollen.Besprochen wurde dabei auch, welche Fehler man dabei unbedingt vermeiden sollte. Welche Social-Media-Kanäle sind überhaupt geeignet, um E-Commerce-Präsenzen auf den großen Online-Marktplätzen Alibaba und JD.com durch gezielte Aktivitäten effektiv zu flankieren? Die Referenten Wenjing Liu und Damian Maib stellten in einer spannenden Social-Media-Masterclass die neben WeChat relevanten Tools wie u. a. Xiaohongshu (Little Red Book) und Douyin (Tik Tok) vor und gaben einen prägnanten Input über die Dos und Dont’s im chinesischen Social Media.  

Unser Fazit:

Für alle Online-Marketer mit Interesse am chinesischen Markt war der China-Schwerpunkt der OMR19 treffsicher gesetzt. Geboten wurde ein facettenreiches Rundum-Informationspaket, das hilft, diesen Markt zu verstehen, bevor man ihn betritt, um sich dort erfolgreich aufzustellen. Beeindruckend war für uns auch zu erfahren, wie sich China allein zahlenmäßig im Bereich Künstliche Intelligenz (AI) aufstellen will: Während Deutschland derzeit bis 2025 mit Investitionen in KI in Höhe von 3 Milliarden Euro plant, will China bis 2030 per stattlicher Förderung eine 150-Milliarden-Dollar-Industrie schaffen. Das „Digital China Special“ der OMR19 war für uns als Agentur für internationales SEO ein insgesamt absolut lohnenswerter Input.